9 July 1999
SCHWERINER VOLKSZEITUNG
Mahler 1st with Brilliance
"Through his uncompromising revelation of the inherent conflicts of the piece, Minsky lifted the orchestra to dazzling heights, offering a magnificent performance of Mahler's First Symphony."
Schicksalsmusik mit Glanz
Die Mecklenburgische Staatskapelle beendete ihre Konzertsaison mit Mozarts "Jeunehomme"-Klavierkonzert in Es-Dur und Mahlers 1. Sinfonie. [...]
Das Orchester begleitete dynamisch abgewogen. Eine Mozartinterpretation, wie man sie gerne öfter hören würde.
Meir Minsky vermochte durch kompromißlose Konfliktgestaltung der "Schicksalssinfonie" Mahlers die Staatskapelle zu einer eindrucksvollen Höchstleistung zu führen. Der Schicksalsweg vollzog sich über den Wanderschritt eines fahrenden Gesellen, über eher betäubend wirkende tänzerische Dreierbewegungen des 2. Satzes, und wechselte dann in einen schleichenden, gedrückten Gestus, um in die Katastrophe des Finales zu münden, das durch einen disziplinierten Marschrhythmus bestimmt ist.
Das sehr bewegende und in seiner Aktualität aufrührende Werk endet in einem Untergang mit Glanz und Gloria durch strahlende Blechbläser. "Was ist das für eine Welt, welche solche Klänge und Gestalten als Widerbild auswirft!" schreibt Mahler an seinen Dirigenten Bruno Walter. Die Staatskapelle verabschiedete sich mit einer eindrucksvollen Schlußleistung, die auf weitere erlebnisreiche Konzerte in der nächsten Spielsaison hoffen läßt.
Dr. Reinhard Diekow
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